
Abenddämmerung im
Obstgarten: Schwefelgelbe Augenleuchten aus dem Geäst. Sie gehören einem
dunkelbraunen, nicht einmal amselgroßen Vogel: Es ist ein Steinkauz. Spähend
dreht er den Kopf. Plötzlich jagt er nach unten, greift eine Feldmaus auf dem
Boden und kehrt zu seiner Warte zurück. Zu seiner Beute gehören jedoch auch
Käfer, Insekten oder Regenwürmer.
Die kleine Eule läßt sich mit etwas Glück auch tagsüber beobachten.
Hauptsächlich ist der Vogel jedoch zwischen Sonnenuntergang und Mitternacht
aktiv. Dann durchsucht der Steinkauz im lautlosen Flug sein Revier. Dazu
gehören ausgedehnte Obstgärten und Wiesenauen. Er brütet in Höhlen alter
Bäume und auch in gezimmerten Steinkauz-Brutröhren. Das Waldesinnere meidet
die kleine Eule. Sie wiegt etwa 200 Gramm und legt im Herbst ein Fettdepot für
den Winter an. Durch Nisthilfen ist der zwischen 1960 und 1980 durch
Obstbaumrodungen rapide gesunkene Steinkauz-Bestand wieder mancherorts im
Wachsen begriffen. Überhaupt ermöglichen naturnah bewirtschaftete Obstwiesen
fast 2000 Tierarten ein Überleben.
Wussten Sie, dass ...
ein Steinkauzpaar gewöhnlich sein Leben lang zusammen ist und am einmal gewählten Brutplatz festhält?
Steinkäuze bis ungefähr 15 Jahre alt werden können?
wir mit Hilfe moderner Technik wissen, daß junge Steinkäuze aus künstlichen Brutröhren wieder einst verlassene Lebensräume neu besiedeln?
Zwischen Schwäbischer Alb und mittlerem Neckar entsteht so zurzeit wieder ein wachsender Steinkauzbestand.
Quelle: Euronatur